kaltes.gefuehlsloses.herz

Gefuehlstot.
Belanglos.
Unsinn.
Vergangenheit.
Dein Untergang.

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fiktiver.duennschiss




Frueher war alles besser. Nein war es nicht. Immer wenn wir irgendwo hingefahren sind, hab ich in Gedanken jede einzelne Frau beaeugt. Ja, ich hab mir vorgestellt, ob das meine Mutter sein könnte. Ich war als Kind der festen Ueberzeugung, dass sie lebt, dass sie uns nur verlassen hat, weil sie uns nicht mochte. Keine Ahnung. Diese Vorstellung hat mich Wahnsinnig gemacht. Als Kind hab ich mir immer geschworen; wenn ich groß bin, werde ich sie suchen. Ja, ich werde sie finden. Ich bin fast paranoid geworden, selbst in jeder Schaufensterpuppe hab ich ihr Gesicht gesehen. Wenn eine Frau einen Kinderwagen vor ihr her geschoben hat, dachte ich; das ist sie! Sie hat ein neues Leben angefangen, ohne uns! Ich hab nächtelang geweint, ich konnt den Gedanken einfach nicht ertragen. Ich hab mir so viele Fragen gestellt. Warum? Warum bloß? Ich hab nachts die Schraenke durchsucht, wollte einen Anhaltspunkt finden, wo ich anfangen könnte zu suchen. Dann fand ich das, wonach ich suchte. Die Zeitung. Da stand es nun, schwarz auf weiß. Sie ist tot! Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Ab da an waren es keine Tränen aus trauer, sondern nur noch purer Hass. Ich hasse sie, warum hat sie das getan? Warum bringt sich jemand mit 2 Kindern um? Warum nimmt jemand Drogen, wenn er von Zuhause doch eigentlich alles bekommt? Warum kann man nur so egoistisch sein? Verdammt, warum? Ich will Antworten auf meine Fragen, von ihr! Es zermuerbt mich innerlich. Es macht mich noch kaputt, die Gedanken wollen kein Ende finden. Nacht fuer Nacht ueberschlaegt sich alles.
2.1.08 01:41
 


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a. / Website (2.1.08 02:03)
wir begreifen nie den tod der anderen, schon gar nicht den freitod. der freitod ist das egoistischste, das ein mensch seinen mitmenschen antun kann, und jeder der durch ihn verletzt wird, hat das recht wütend zu sein...aber das schicksal sieht es nunmal so vor...
vielleicht hilft dir dieses zitat aus einem buch:

"Veronika tat die Frau leid, die diese Geschichte erzählte und den Tod ihrer Tante zu begreifen versuchte. Wie sollte man in einer Welt, in der man um jeden Preis versucht zu überleben, Menschen beurteilen, die zu sterben beschließen?
Keinem kommt ein Urteil zu. Jeder kennt nur das Ausmaß des eigenen Leidens oder die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens, wollte Veronika sagen, doch wegen des Schlauchs in ihrem Mund brachte sie nur ein Würgen heraus. Die Frau kam ihr zu Hilfe."

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